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Aus Liebe zur Welt und ihrer Schönheit



Heute schreibe ich mal wieder seit Längerem, nachdem ich gerade einen Impuls bekommen habe. Hier in der Natur geht das total schnell. Ich brauche nichts zu tun und meine innere Stimme spricht von alleine zu mir. Ich brauche dann nichts anderes zu machen, als meine Gedanken herunter zu schreiben. Draußen geht es mir eigentlich immer gut und ich habe das Gefühl alles zu haben. So ein schönes Gefühl!


Ich hatte gerade den Gedanken, wie es denn sein kann, dass ich „Natur und Landschaft“ studiert habe und dennoch so wenig Zugang zu ihr habe wie noch zuvor nie in meinem Leben? Was ist passiert? Ich wohne in einer Stadt in einem Mehrfamilienhaus, blicke auf andere Häuser und muss mich ins Auto setzen, wenn ich wirklich raus in die freie Natur will. Ist das mein natürliches Umfeld? Macht mich das glücklich? Ich habe Landschaftsarchitektur und Lanschaftsplanung studiert, weil ich die Natur liebe und vor allem schöne, beeindruckende Landschaften und auch Gärten. Ich mag Luftbilder, Pläne, zeichne und kreiere gerne und liebe es draußen an der frischen Luft zu und dabei den Klängen der Natur zu lauschen. So verkehrt war meine Berufswahl also garnicht, im Gegenteil! Früher bin ich stundenlang alleine durch den Wald gestreunert, bewaffnet mit einem Notizbuch, um interessante Beobachtungen festzuhalten, oder auch mal Strafzettel zu schreiben. Ich fand es einfach nicht ok, wenn Jungs Maiskolben aus dem Feld ausreißen und auf die Straße werfen - das geht ja garnicht 😎. Nach der Schule habe ich mir als erste Aktion meine Shorts an- und meine Schuhe ausgezogen und bin dann barfuß in den Garten hinaus, um meinen Gartenteich mit den Wasserläufern und meinen Steingarten zu checken. Da hat sich jeden Tag etwas getan und ich war von den Revierkämpfen meiner beiden Gattungen an Wasserläufern fasziniert. Ab und zu habe ich mir die Kamera geschnappt und habe die neuen Blüten meiner Steingartenpflänzchen festgehalten. Das hat mich immer sofort runter gebracht und ich konnte hier Stunden verbringen und zusehen.


Mit meinem Studium habe ich mich Landschaften und ihrer Bewahrung verschrieben und habe es dabei total genossen. Wir waren viel draußen auf Exkursion in den Bergen, Mooren oder ich mal eine Woche in der Heide und haben Pflanzen bei 30 °C kartiert. Das war dann weniger cool, aber im Nachhinein auch spannend. Als mich meine ehemalige Kunstlehrerin gefragt hat, warum ich das studiere, habe ich geantwortet: "Weil ich die grauen Städte grüner machen möchte!". Ich wollte, dass Menschen in den Genuss von Natur kommen. Ich wollte das Grün in die Städte (zurück) bringen, denn meiner Meinung nach, sollten Kinder (mindestens) mit einem Bezug zur Natur aufwachsen, am besten noch inmitten in der Natur. Ein Leben ohne ist für mich nicht lebenswert und schön. Und trotz passender Berufswahl, die ich jedes Mal wieder so wiederholen würde, ist für mich etwas Grundlegendes nicht so ganz stimmig:


Heute sitze ich fast zu 100% auf dem gleichen Stuhl, starre auf einen Monitor, greife immer mal wieder zum Telefon und bewege mich dabei kaum. Mir macht das Konzeptionieren und die Zusammenarbeit mit Menschen Spaß und auch die Sinnhaftigkeit meiner Aufgabe ist mir total wichtig. Aber ich brauche nicht nur Bewegung im Kopf, sondern auch Bewegung im Körper. Ich brauche die reale erlebte Natur und nicht nur die am Monitor und in Konzepten. Ich setze mich jeden Tag mit meinem Herzen für die Bewahrung unserer schönen Welt ein. Das fühlt sich gut an und zugleich darf ich auf mich achten und mir das geben, was ich brauche. Ich will wieder raus und das am eigenen Leib erleben, was ich Bewahren möchte. Ich will Gletscher und Gewässer sehen, ich will in die schönsten und wildesten Landschaften der Welt eintauchen, ich will Einsamkeit und auch die Rauhheit des Wetters erfahren. Ich will Abenteuer und mich körperlich anstrengen müssen. Ich will meine Grenzen erfahren, fit sein und mich selbst spüren. Ich will Ruhe und tiefe Verbundenheit zu mir und meiner Umgebung.


Warum schreibe ich dir diese persönlichen Worte? Ich schreibe dir das, weil es mir ein Anliegen ist, dass du glücklich bist und das Leben so lebst, wie es für dich richtig ist. Ich bin der festen Auffassung, dass wir Menschen alle auf der Welt sind, um Glück zu erfahren und unser Leben wirklich zu leben und nicht nur zu „über“leben. Wir sollten uns daher ab und zu mal fragen, ob die Theorie und Praxis, d.h. Plan und Theorie unseres Lebens, gerade noch zusammen passen oder angepasst werden müssen. Ist denn das, was du am Anfang deines Werdeganges oder deiner Kindheit als Motivation im Kopf hattest in Erfüllung gegangen? Bist du happy mit dem was du machst? Oder hast du dich zwischenzeitlich etwas verirrt und stehst jetzt an einem Punkt, an dem du dich fragst, was verloren gegangen ist? Und wenn das so ist, dann lass deinen Kopf nicht hängen, denn dann kannst du das ändern.


Mir hat ein Seminar letztes Jahr im Juni in Österreich die Augen geöffnet und mich wieder an meine Kernmotivation erinnert. Dazu beigetragen haben auch Begegnungen mit anderen Menschen, Selbstreflexion und eine beeindruckende Umgebung inmitten der Berge. Mir war nicht mehr so ganz bewusst, dass mein Antreiber eben die Bewahrung dessen ist, was ich so sehr liebe - unsere schöne Welt mit all’ ihren kleinen Wundern. Ich denke, deshalb liebe ich es auch so sehr Fotos von Landschaften und der Natur zu machen und diese dann mit dir zu teilen. Ich möchte dir die Schönheit unserer Welt und Natur vor Augen führen und dich damit bewegen. Ich möchte uns alle an das Erinnern, was wir eigentlich haben und daran, dass wir es nicht für selbstverständlich hinnehmen sollten. Denn mit unserem Handeln und er Konsumgesellschaft gefährden wir heute das, was wir doch so sehr lieben.


Du fragst dich jetzt vielleicht, was du tun kannst? Manchmal muss es gar keine große Korrektur in deinem Leben sein, denn die kann schnell überfordern. Manchmal reichen erste kleine Schritte, die in die richtige Richtung zeigen. Du darfst einfach deinen Nordpol neu definieren. Und durch das Beschreiten deines Weges kommt dann nach und nach eins zum anderen und du wirst wissen, wie es weiter geht.


Ich habe für mich auch ein paar Entscheidungen getroffen, die mir ein riesen Bauchkribbeln verursachen und dazu geführt haben, dass sich seit Tagen Abends auf der Couch Youtube-Videos von inspirierenden Menschen ansehe. Ich werde mir eine neue Kamera kaufen, die mein Herz höher schlagen lässt und die mich zu neuen Bildern und Blickweisen inspiriert. Ich will damit wieder alleine durch die Wälder und Landschaften streunern, auf der Suche nach den kleinen Wundern, die mich in den Bann ziehen und mich die Zeit vergessen lassen. Ich habe mir auch ein Zelt gekauft (diesmal dicht, ich erinnere an meinen Blogpost aus Österreich ;-)), um meine freie Zeit so oft wie möglich draußen verbringen zu können. Und vielleicht werde ich auch schon bald meine ersten Touren mit anderen gehen, um Landschaften erfahren zu können, in die ich mich alleine nicht trauen würde. Es gibt einfach noch so viele ungelebte Träume, auf deren Realisierung ich mich nur freue. Ich werde wieder mehr meinen kreativen Impulsen folgen und die Inspiration frei fließen lassen. Das ist für mich pures Glück und das wahre Leben!


Ich hoffe, dass ich dich mit meiner kleinen Geschichte und meinen Gedanken etwas inspirieren konnte und du wertvolle Impulse für deine eigene Reise mitnehmen kannst!


Ich schicke dir ganz liebe Grüße und freue mich von deinen Gedanken in den Kommentaren zu lesen, Kathi

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