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Die Magie der Berge



Heute ist ein besonderer Tag. So besonders, dass ich Lust hatte nach längerer Zeit mal wieder zu schreiben. Die letzten Wochen waren sehr intensiv und geprägt von ich nenne es einmal "Wachstumsschüben". Es gibt im Alltag immer viel zu tun und die Kunst besteht darin, auch in diesen dynamischen Zeiten den Fokus zu halten. Den Fokus auf das, was wichtig ist.


Ich habe vorhin eine Serie geschaut, die mich sehr daran erinnert hat, was von Bedeutung ist. Wir verlieren uns im Alltag so oft in den kleinen Dingen. Ein Thema auf der Arbeit, Deadlines die zu halten sind, Termine die unter einen Hut gebracht werden müssen und vor allem auch die eigenen Ansprüche daran, wie das zu geschehen hat. Ich habe manchmal das Gefühl wir steigern uns da richtig rein und sehen nichts anderes mehr. Ich bin oft sehr streng mit mir und habe einen hohen Anspruch an mich. Mir ist es wichtig etwas zu bewegen und meine Zeit soll sinnvoll investiert sein. Wir haben nur ein Leben und in diesem Bewusstsein können wir das Beste daraus zu machen. Letztes Wochenende hat mir noch einmal einiges vor die Augen geführt bzw. das Leben hat mir spüren lassen, was RICHTIG bedeutet bzw. wie sich richtig anfühlt.


Ich war in Österreich in den Bergen. Es hat mich in den letzten Monaten oft dahin gezogen, da es sich für mich nach Heimat und Erdung anfühlt und ich nur wenige Orte kenne, die mich so bewegen. Ich bin fasziniert von ihre Mächtigkeit, liebe ihre Farben, die Strukturen der Felsen und Bäume und vor allem das Licht, durch das sich ständig alles verändert. Das Licht ist alles und bestimmt die Stimmung und das, was wir sehen. Ich bin als Kind mit dem Blick auf die Berge aufgewachsen und habe damals schon Stunden am Dachfenster verbracht, um in ihre Magie einzutauchen und sie in Kohle und Aquarell festzuhalten. Die Berge waren für mich immer eine wichtige Orientierungslinie und sie erinnern mich immer wieder daran, dass es Dinge im Leben gibt, die wir nicht bestimmen können. Es gibt eine höhere Führung, da bin ich sicher. Wir Menschen denken oft, wir könnten alles kontrollieren und versuchen es auch, doch die Natur belehrt uns mit ihrer ganzen Kraft des Besseren - wenn auch nicht immer auf angenehme Art und Weise. Und genauso zieht sie uns in ihren Bann und macht etwas mit uns. Sie hilft uns Emotionen zu verarbeiten, uns zu spüren und zurück in unsere Mitte zu finden. Ich kenne dafür keinen effizienteren Weg als in die Natur zu gehen.


Ich bin immer wieder fasziniert von der Wirkung der Berge und wie schnell und kraftvoll sich diese entfaltet. Alleine der Blick auf sie bringt mich runter. Ein Glück, dass ich inmitten der Berge übernachten konnte und sie so in allen Facetten erleben durfte. Ich habe schon lange nicht mehr so tief und fest geschlafen wie diese Tage und das, obwohl ich davor eine recht stressige Zeit hatte. Ich bin morgens mit den ersten Sonnenstrahlen aufgewacht und Abends mit der Dunkelheit ins Bett gegangen. Ich habe einen ganz natürlichen Rhythmus gelebt und hatte so viel frische Luft wie schon lange nicht mehr. Das einfache Leben tut mir gut: Aufstehen, Frühstück machen, auf die Berge schauen, die Welt entdecken und Abends essen und Schlafen gehen. Im Gegenzug dazu scheint mir das Alltagsleben oft sehr turbulent und auch irgendwie "aufgebläht". In den Bergen war ich einfach nur bei mir. Ich bin tief eingetaucht in die Natur, konnte mich garnicht mehr satt sehen und habe versucht alles mit der Kamera festzuhalten. Mir macht es unglaublich viel Spaß durch sie die verschiedensten Formen, Strukturen und Farben zu erkennen. Ich liebe das Spiel mit dem Licht und die Stimmungen zu transportieren. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mich das letzte Mal so erfüllt gefühlt habe. Die Zeit schien wie stehen geblieben. Einer meiner Lieblingsmomente war es, als ich mit der Kamera am Berg gesessen bin, bis die Sonne untergegangen war. Es war ein einzigartiges Erlebnis, die Stille und auch das schwindende Licht mit den sich verändernden Farben zu erleben.


Ich erzähle dir davon, weil ich den Eindruck habe, dass wir uns sehr oft in unserem Alltag verlieren und eben auch den Blick dafür, was wirklich wichtig im Leben ist. Was wichtig für uns ist. Wir brauchen oft viel weniger als wir meinen. Wir brauchen all das Zeug um uns nicht, genauso wenig komplizierte Situationen und Beziehungen. Und das meiste davon haben wir eben selbst in unser Leben gezogen. Wir hasten von Termin zu Termin, ohne einmal stehen zu bleiben und das, was um uns herum ist wirklich wahrzunehmen. Wenn wir uns daran erinnern, was gut für uns ist kommt auch die Klarheit und Energie zurück. Ich merke es daran, dass ich in diesen Momenten wieder vor Ideen und Tatendrang übersprudele und richtig Lust habe meine Projekte anzugehen. Wir haben alle eine begrenzte Energie und auch Lebenszeit. Mir haben die Tage in den Bergen wieder so bewusst gemacht und mich vor allem spüre lassen, was mir im Leben wichtig ist und was ich wirklich brauche. Und für diese tiefen Erfahrungen bin ich unendlich dankbar.


Was tut dir gut? Was macht dich glücklich? Was bringt dich zu dir? Wann kommt bei dir die Energie zurück? An welchen Orten und Momenten hast du die besten Ideen? Wann entwickelst du einen Tatendrang? Wann fühlst du dich erfüllt? Und was brauchst du dazu? Wie kannst du diesen Raum noch mehr in deinen Alltag integrieren?

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