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Auf das Setzen, was im Kern Dir entspricht

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Es ist schon lange her, dass ich zuletzt hier etwas geschrieben habe. Heute ist es mal wieder soweit, nachdem ich im Auto auf der Rückfahrt aus den Bergen gesessen bin und ich so einen starken Umsetzungsdrang hatte, so dass ich am liebsten gleich im Auto angefangen hätte. Manchmal spreche ich Texte in mein Telefon ein, aber dieser hier wollte am Laptop geschrieben werden. Für mich ist es immer wieder faszinierend, wie sich die Kanäle zeigen: Manchmal ist es Sprache, die in Text umgewandelt wird, manchmal eine Podcastfolge, manchmal eben ein Blogeintrag und immer mal wieder ein kürzerer LinkedIn-Impuls. Ich nehme es wie es kommt und lasse mich überraschen :-). Planen tue ich all diese Texte tatsächlich nie.


Die letzte Wochen waren wieder sehr intensiv, da ein neuer Auftrag gestartet ist und zugleich ein ganztägiger Strategie-Workshop für eine Kommune angestanden ist. Irgendwann habe ich gemerkt, dass mein Kopf nur noch nebelig war. Daher war die beste Idee, nach dem Workshop, gleich mal eine kurze Auszeit anzuhängen. Und ich muss sagen, ich war mal wieder überrascht.


Der Workshop war super gelaufen und bin danach aufs Land gefahren. Es gibt für mich nichts wohltuenderes als in einem Zelt auf dem Boden zu schlafen. So gute Nächte hatte ich seit Tagen nicht mehr - ich habe geschlafen wie ein Stein. Den ersten Tage danach habe ich auch fast nur geschlafen, denn alles hat sich gedreht. Der nächste Tag war schon etwas besser. Vormittags durfte ich noch etwas arbeiten, aber danach konnte ich einen zweistündigen Spaziergang in den Ort an den See machen und die Gegend etwas erkunden. Da am nächsten Tag Abfahrt war, dachte ich schon, das war es wohl mit dem Auftanken und der üblichen Wirkung, die ich sonst von meinen kurzen Naturaufenthalten kenne. Von wegen, der beste Teil stand noch bevor.


Auf der Rückfahrt habe ich noch an einem schönen See halt gemacht, den ich sehr liebe. Ich bin etwas herum gepaddelt und habe das Wasser und die Berge beobachtet. Das war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, es öffnet sich wieder etwas und mein Geist wird freier. Auf einmal waren die Gedanken nicht mehr nur bei der anstehenden Arbeit und der knappen Deadline und, dass ich ja bald nach Hause fahren muss. Ich habe mich an den Workshop erinnert, an das erfüllende Gefühl was ich hatte und auch daran, warum ich das alles tue. Und vor allem an eins: Das ich wirklich liebe, was ich mache und das Gefühl habe das wäre erst der Anfang.


Es ist doch erstaunlich, wie sehr sich mein Leben und auch Lebensgefühl in dem letzten Jahr verändert hat. Von erschöpft, frustriert und unsicher, hin zu erfüllt, dankbar und neugierig auf die Zukunft. Ich hatte auf einmal wieder eine Verbindung zu dem großen Ganzen und habe wieder klarer gesehen wo ich gerade stehe und auch, wo der Weg weiter führt. Diese Momente sind so wichtig und wertvoll, da wir hier unseren weiteren Kurs bestimmen. Denn wer will schon monatelang in die falsche Richtung fahren? Sich diese Oasen der Ruhe einzubauen, ist meiner Meinung nach her, das Beste was man machen kann, und auch absolut notwendig!


Als ich dann noch auf einer Holzplattform im Wasser Stopp gemacht habe, kam ein Mann in meinem Alter dazu und wir haben uns etwas unterhalten. Er hat seinen Job kürzlich gekündigt und steht kurz vor seiner Abreise nach Spanien, wo er sich als Yogalehrer selbstständig machen wollte. Man hat ganz klar gemerkt, dass er eine besondere Mission vor hat und diese auch klar beschreiben konnte. Wie sehr ich doch diese Begegnungen liebe. Irgendwie findet man immer die richtigen Menschen zur richtigen Zeit. Er meinte dann irgendwann, ob ich einen Tipp für ihn zur Selbstständigkeit hätte? Auch wenn meine Gründung noch nicht lange her ist, ist mir sofort eine Sache in den Sinn gekommen: „Entscheide dich für das, was sich richtig anfühlt, auch wenn es dich Mut kostet etwas abzusagen!“ Ich hatte in den letzten Monaten bereits zweimal die Situation, dass ich eine spannende Möglichkeit hatte und als frisch gebackene Gründerin natürlich dachte, das müsste ich vielleicht machen, um Geld zu verdienen. Aber ehrlich gesagt waren schon beim Gedanken daran so starke Bauchschmerzen verbunden, die ich nicht ignorieren konnte. Hauptgrund war, dass die Arbeitsweise nicht meiner entspricht und ich wusste, dass mich die Tätigkeit komplett auslaugen würde. Ich habe auf mein Gefühl gehört und mich nach längerer innerer Diskussion dagegen entschieden. Und was ist passiert? Es kam tatsächlich in beiden Fällen etwas nach, was genau zum gleichen Zeitpunkt gewesen wäre, aber mein Herz höher hüpfen ließ! Und dazu war es karrieretechnisch auch viel wertvoller. Seitdem bin ich überzeugt, dass das kein Zufall ist und man dafür belohnt wird, wenn man seinem Gefühl vertraut und vor allem der Freude folgt!


Heute kann ich mich glücklich schätzen, bereits mit so tollen Leuten gearbeitet zu haben und freue mich sehr auf die anstehenden Kooperationen. Es ist erstaunlich, wie gut sie zu mir passen! Denn ich erlebe sie als offen, wertschätzend, motiviert und mit einer klaren Intention! Die Selbstständigkeit fordert mich mehr als jemals etwas anderes davor, mir treu zu sein und auf meine Intuition zu hören. Daher wundert es mich inzwischen garnicht mehr, dass, als ich nach dem Workshop meine Emails gecheckt habe, auf einmal drei weitere spannende Anfragen in meiner Emailbox waren! Als wenn mein Gefühl der Erfüllung über den tollen Workshop noch mehr davon angezogen hätte.


Ich bin der festen Überzeugung, dass das Leben uns in unserem Sein unterstützt und uns eigentlich nur in unserer Entwicklung unterstützen will. Das Geheimnis liegt meiner Ansicht daran, uns treu zu sein und auf das zu setzen, was wirklich zu uns passt und im Kern uns entspricht! Das erfordert natürlich sehr viel Vertrauen und kontakt zu uns selbst. Im Prinzip ist das Leben nicht so kompliziert, zumindest, wenn man nach seinen Regeln spielt und nicht dagegen ;-).


Mit diesen Gedanken vom heutigen wundervollen und inspirierenden Tag beende ich meinen Blogpost und starte morgen frisch und neu ausgerichtet in einen neuen Arbeitstag - ja es ist Samstag, aber wozu bin ich selbstständig, wenn ich mir das nicht frei einteile ;-). Ich bin aufjedenfall sehr dankbar für die letzten Tage, ohne die ich nicht so klar. im Kopf und nun auch in meinem Tun wäre. Ich weiß jetzt wieder wo der Weg lang führt und was auf der Strecke nur Ablenkungen sind. Wir dürfen uns daran erinnern, dass unsere Klarheit und Energie das Wichtigste sind, um letztendlich dort hin zu kommen, wohin wir wollen und die Person zu leben, die wir im Kern sind.

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