Einfach Sein




Ich bin mal wieder in Kopenhagen. Das erste Mal seit zwei Jahren... zwei verdammt langen Jahren. Ich freue mich dafür noch umso mehr, dass ich endlich wieder hier sein kann. Ich sauge alles auf und lebe mein Leben mit vollem Genuss. Ich fahre ans Meer und lasse mir den Wind durchs Haar wehen, ich mache mir den Mantel schmutzig, weil ich es liebe in den Dünen zu sitzen und einfach aufs Meer zu schauen und ja, ich habe auch mit dem Gedanken gespielt sogar ins Meer Schwimmen zu gehen. Das tun die Dänen hier nämlich, auch wenn es gefühlt 10 Grad hat. Die kennen da garnichts. Ich lasse mich von dem Leiten, was sich gut und richtig anfühlt. Ohne Kompromisse. Einfach Sein.


Ich bin gestern in einem Café gesessen und hatte kaum Gedanken, ich war einfach da. Aber als ich das realisiert habe, war mir fast etwas komisch zu mute. Ich kenne dieses Gefühl garnicht wirklich. Diese innere Ruhe und Zufriedenheit. Einfach nur da sein und nicht mit den Gedanken in der Zukunft, was es noch alles zu machen gibt, was ich machen will und welche nächsten Schritte dazu anstehen. Ich bin eine exzellente Planerin, das weiß ich, aber manchmal übertreibe ich es auch etwas. Mein Kopf ist dann wie ferngesteuert und ich kann den Gedankenstrom kaum noch stoppen. Das ist sehr gut für jedes Projekt und Vorhaben, aber schlecht für meinen Akku. Manchmal ist es einfach zu viel.


Ja, und jetzt sitze ich hier und denke NICHTS. Garnichts. So ungewohnt. Aber sollte das Leben denn nicht eigentlich so sein? Sollten wir nicht einfach SEIN? Mir scheint es nicht gesund, dass wir ständig etwas tun und denken. Ich glaube, dass das Leben dann einfach an uns vorüber streift und wir die wahren Möglichkeiten, Wunder und Geschenke einfach übersehen. Wir sind nicht offen dafür und rennen mit einem falschen Filter durch die Welt. Und wir erkennen garnicht, was sich sonst alles ergeben würde, wenn wir ihn nicht hätten. Ich bin kein Profi darin, aber ich habe immer wieder und häufiger sehr intensive Momente und kann mich vollkommen dem Leben hingeben. Einfach dem Flow folgen. Mir sind dadurch schon die tollsten Dinge "passiert". Und oftmals kommt eben genau das, was wir nicht erwartet haben, aber brauchen, auch um unser Kopfproblem zu lösen, das wir innerlich verfolgen. Die Antwort offenbart sich dann einfach, ohne Anstrengung.


Das Leben kann so herrlich unkompliziert sein, wenn wir lernen, die Wellen des Lebens zu reiten und uns auf das einlassen, was uns bestimmt ist. Wenn wir eben nicht versuchen Gott zu spielen und alles voraus zu planen und meinen es selbst am besten zu wissen. Das hat für mich auch etwas von Arroganz dem Leben gegenüber. Und wieder geht es um das Loslassen und dem folgen unseres Gefühls.


Ich wünsche dir von Herzen, dass du diese kostbaren Momente erkennen und genießen kannst und sie so mehr und mehr in dein Leben ziehen kannst!


Wann warst du das letzte Mal präsent und hast nichts gedacht oder getan, sondern einfach nur da? Wie hat es sich für dich angefühlt? Wie willst du dich in deinem Leben fühlen?