Was Persönlichkeitsentwicklung wirklich ist - von Angst, Neugier und Mut

Aktualisiert: 10. Okt.


Ich sitze gerade wieder einmal im Café und schreibe. Ich habe gerade an meiner Vision gearbeitet bzw. habe das, was einfach so aus mir herausgeflossen ist festgehalten. Ich habe reflektiert, wo ich hin möchte und was es dazu braucht. Ich habe ja in meinem letzten Post mehr darüber geschrieben, was da alles dazu gehört. Ich konnte gerade auch spüren, dass das, was auf mich im Leben zukommen wird, nicht immer leicht sein wird. Warum das? Woher weiß ich das? Ich spreche hier aus Erfahrung der letzen Jahre ... .


Als ich mit Persönlichkeitsentwicklung angefangen habe bzw. bewusst meine ersten Seminare besucht habe, bin ich dort mit dem Fokus hingegangen, mir meiner Ziele bewusster zu werden. Viele assoziieren mit Persönlichkeitsentwicklung eben diese „Selbstoptimierung“ und Checklisten - so war es anfangs auch bei mir. Zum Beispiel: Wenn ich noch mehr networke, jetzt regelmäßig Sport mache und dann noch täglich meditiere, dann bin ich super auf meinem Weg und schaffe alles, von was ich träume. Ist doch easy! Persönlichkeitsentwicklung ist aber deutlich mehr als das. Das waren gerade nur ein paar Tools, die dich auf deinem Weg unterstützen können. Persönlichkeitsentwicklung bedeutet für mich, ich mache mir bewusst, was ich will, wer ich bin und gehe dann ein Schritt nach dem anderen auf mein Ziel zu. Wenn man sich für diese Reise entscheidet und sie dann aber wirklich (!) antritt, dann wird man feststellen, dass es nicht so rational und einfach ist, wie es sich gerade anhört. Checklisten alleine reichen nicht aus. Was oft in Posts auf Social Media und Artikeln als so leicht dargestellt wird, ist mit deutlich mehr Schmerz und Herausforderung verbunden, als man zunächst meinen würde. Du wirst auf diesem Weg, wenn du es wirklich ernst meinst, gnadenlos mit dir selbst konfrontiert werden. Und du selbst bist dein härtester „Gegner“, glaub mir!


Wenn du dich auf ein höheres Level bewegst, d.h. du entwickelst dich weiter und verlässt deine Komfortzone, dann ist dein System das nicht gewöhnt. Du betrittst Neuland. Dein System wehrt sich dagegen, denn es will, dass du schön da bleibst, wo du bist. Hier ist es einfach und bequem und vor allem sicher. Deswegen empfinden wir eine große Angst aus dieser Zone herauszutreten. Bei mir war das in der Vergangenheit vor allem auch das Thema Sichtbarkeit. Ich habe mich nicht einmal getraut, einen Post auf Social Media zu machen, geschweige denn mich zu zeigen oder meine Meinung zu sagen. Dabei hab ich viel zu sagen. Diese Blogposts hier zu schreiben, sind ein Ergebnis meiner ganzen inneren Arbeit, auf die ich wirklich stolz bin. Durch meinen Beruf bin ich zudem schrittweise immer mehr aus meiner Komfortzone „raus gepusht“ worden, indem ich viel Verantwortung übernehmen durfte und in den Medien in Print, Radio und Fernsehen immer sichtbarer werde. Ich sage nur letzte Auflage meines Interviews 600.000 Stück. Puh! Ein nächstes Level in der Persönlichkeitsentwicklung ist nämlich meist mit einem erhöhten Schwierigkeitsgrad verbunden. New level - new enemy. Dein System reagiert mit Angst und Abwehr. Und viele treten, sobald sie das spüren sofort wieder einen Schritt zurück in die Komfortzone. Dort wo es eben sicher ist und nicht weh tut. Deswegen schafft es nicht jeder so weit.


Mich erinnert das auch immer an meine Zeit als Leichtathletin. Wenn du zum Beispiel im Sprint gewinnen willst, dann kommst du während des Laufs immer an den Punkt an dem du denkst, es geht nicht mehr und dein System gerne aufgeben würde. An diesem Punkt liegt es an dir und du hast nur Millisekunden dafür. Aber sobald du die Entscheidung dazu getroffen hast, mehr zu geben, werden nochmal Kräfteressourcen aktiviert, von denen du garnicht wusstest, dass du sie hattest. Du bekommst einen Energie-Booster aus dem Nichts. Jeder Sportler wird mir dieses Gefühl des "Highs" bestätigen können, wenn du dich absolut kraftvoll fühlst, alleine schon, weil es aus dir gekommen ist. Auch wenn du die Energie in dem Moment noch nicht gespürt hast, sie war immer da! Du musst nur eine kraftvolle Entscheidung dazu treffen und sie freisetzen! Vielleicht kommt daher auch meine Stärke, meine Grenzen zu sprengen, denn ich weiß, wie verdammt gut es sich anfühlt, in meiner absoluten Kraft zu sein. Und ich weiß, dass immer noch mehr geht, als es zunächst scheint! Sei es im Sport oder auch auf meiner persönlichen Reise. Und so ist es auch bei der Persönlichkeitsentwicklung: Es braucht einfach verdammt viel Mut dazu, diesen Weg konsequent zu verfolgen und eine klare Entscheidung. Denn du übertriffst dich jedes Mal selbst.


Was kann also passieren, wenn du aus deiner Komfortzone heraus trittst? Du hast vielleicht erstmal Ängste, schlaflose Nächte oder auch Herzrasen bis hin zu Panikattacken. Ich kenne das alles. Dein System will dich mit aller Kraft zurück in deine Komfortzone bringen. Beim Sprint war es das Gefühl, nicht mehr zu können und meinen Kreislauf zu spüren. Der Körper rebelliert gegen die scheinbare Grenzüberschreitung. Mir ist es erst neulich passiert, dass ich in einer Meditation ohnmächtig geworden bin, dazu noch in einer Halle mit ein paar tausend Menschen. Das hört sich jetzt vielleicht etwas krass an, aber eigentlich zeigt es nur, dass ich auf etwas Wertvolles gestoßen bin. Und die enorme Energie in dem Raum verstärkt nochmal alles. Also jetzt keine Angst vor Meditation! Das, auf was ich gestoßen bin war so mächtig, dass mein System es nicht mehr händeln konnte und sozusagen Aussteigen wollte - aber nicht mit mir. Ich habe die Entscheidung getroffen hinzusehen und mich darauf einzulassen.


Deine Komfortzone ist definiert durch Erfahrungen aus der Kindheit, der Erziehung und allem Möglichen anderen, vor dem du dich fürchtest. Aber wenn du dich wirklich entdecken und kennenlernen willst und sehen willst, zu was du in der Lage bist, dann führt einfach kein Weg daran vorbei, als aus der Komfortzone herauszutreten - raus in die Angst. Wie beim Sport: wenn du gewinnen willst, musst du alles aus dir rausholen und deine Grenzen sprengen! Genau wo du die Angst spürst musst du hingehen. Sei es bei einem neuen Job, der dir Angst macht, eine neue Begegnung in deinem Leben, die du nicht einordnen kannst oder deine Wahrheit klar heraus zu kommunizieren. Die Angst zeigt sich in allen Lebensbereichen und sie ist dazu da, ihr nachzugehen.


Die Menschen, die wirklich erfolgreich sind, sind durch verdammt viel Mist gegangen. Ich kenne das auch von mir, dass wenn ich jemanden sehe, der erfolgreich ist, oft gedacht habe: „Ach ja, der hat es geschafft, der hat es gut! Der führt ein bequemes Leben!“ Er hat zum Beispiel Geld, tut was er liebt, lebt in einer Traumumgebung und bekommt viel Aufmerksamkeit, was ihm sämtliche Türen im Leben öffnet. Was wir hier aber sehen, ist nur die Spitze eines Eisbergs. Keiner sieht, durch wieviele „Level“ diese Person in der Persönlichkeitsentwicklung bereits gegangen ist. Keiner sieht wieviele Themen sie auf diesem Weg meistern durfte, um in der Lage zu sein, diese Menge an Geld oder den Traumpartner anzuziehen oder auch diese gewaltige Wucht an Aufmerksamkeit überhaupt auszuhalten. Stell dir mal vor, du würdest mit einem Post eine Millionen Menschen erreichen. Das würde vielen Angst machen, von so vielen Menschen beurteilt, gesehen und kritisiert zu werden. Ich finde so große Printauflagen von einer halben Million auch etwas gewöhnungsbedürftig. Deswegen erinnere ich mich immer wieder daran, dass das, was diese Menschen erreicht haben, oft mit einem hohen Preis verbunden ist und auch mit einer gewissen Leistung, durch alles durchzugehen, was dazu gehört.


Ich möchte dich und mich daran erinnern, dass Persönlichkeitsentwicklung keine leichte Schlittenfahrt ist, auf der es ab und zu mal etwas holprig ist, und der Weg immer bergauf führt. Es geht nicht darum, regelmäßig Yoga zu machen, täglich zu meditieren und deine Checklisten abzuhaken. Persönlichkeitsentwicklung ist Fühlen und Sein, Annahme dessen was ist und eine klare Entscheidung für dich im Leben zu treffen. Es ist ein Weg durch den Jungel, über Stock und Stein, eine Achterbahnfahrt. Und die, die mutig genug sind, immer weiter zu gehen, egal was kommt, sich mit allem beschäftigen, was das Leben ihnen als Aufgaben gibt und die, die hinsehen und nicht weglaufen, die werden ihren Weg schaffen. Ich erinnere mich gerade einfach an meine letzten Jahre und die Talfahrten, die ich erleben durfte. Es ist nicht immer einfach, etwas bewirken zu wollen, va wenn man an der "Front" eines gesellschaftlichen Veränderungsprozesses steht. Man erfährt viele Widerstände. Aber ich habe mich dazu entschieden und werde meinen Weg immer weiter gehen, mit allem, was kommt und dazu gehört! Wenn ich eins aus dem Sport gelernt habe, ist es, wie wichtig ein klares Mindset ist, absolut an sich zu Glauben und immer dazu bereit zu sein, sich selbst zu übertreffen. Es ist letztendlich deine Entscheidung: Gehst du für dich los und committest dich zu deinem Weg, oder entscheidest du dich für die softe Variante und bleibst lieber dort, wo du bist? Kann ja auch schön sein.


Du fragst dich vielleicht, warum du es tun solltest, wenn der Weg doch mit so viel Schmerz verbunden ist? Weil es einfach nur großartig ist, was dich erwartet! Weil du unglaublich belohnt wirst für alles, indem du dich voll leben und erfahren kannst. Indem deine größten Träume wahr werden! Indem du Dinge erleben wirst, die du nie für möglich gehalten hättest. Mich reizt es einfach, zu erfahren, wo mein Weg hinführt und meine Neugierde ist deutlich größer als meine Angst, das war schon immer so. Ich spüre, dass es nicht leicht sein kann, aber ich möchte es so und nicht anders. Wenn du es wirklich möchtest und an dich glaubst, wirst du es schaffen!


Gehst du schon deinen Weg? Traust du dich aus der Komfortzone raus oder bleibst du lieber, wo du bist? Wann hast du mal einen Schritt gewagt? Was verbindest du mit Persönlichkeitsentwicklung? Was möchtest du? Fühlst du dich auf deinem Weg? Macht dir dein Weg Angst? Was hindert dich daran, deinen Weg zu gehen? Für was entscheidest du dich: Neugierde und Erfahrung oder Angst? Entscheidest du dich dafür, dein größtes Potential zu leben?