Selbstliebe & Loslassen - immer und immer wieder



Heute hat mich das Thema Loslassen sehr beschäftigt. Und auch die letzten Monate kam es immer wieder ans Licht. Ich möchte dazu mit einer kurzen Erzählung aus meinem Leben beginnen, welche sich dieses Jahr ereignet hat.


Ich habe Anfang des Jahres einen Mann kennengelernt, der starke Gefühle in mir ausgelöst hat. Ich hatte das Gefühl, endlich den Menschen gefunden zu haben, der zu mir passt, bei dem ich mich so zeigen und leben kann, wie ich bin. Bei dem ich mich geborgen und sicher fühle, mit dem ich mich weiterentwickeln kann. Und der, wenn es darauf ankommt, nur das Beste für mich will, und mich aus dem kuscheligen warmen Nest schubst, nur um mir zu helfen, meine Träume zu verwirklichen. Ich habe mich frei und geliebt gefühlt. Ich hatte so viel Energie und Lebensfreude und hatte das Gefühl, dass wir sie zusammen sogar noch verstärken. Wieviel Potential müssen wir dann erst zusammen haben? Unglaublich!

Die Kehrseite dieser Verbindung war aber, dass wir uns gegenseitig unsere noch offenen Themen gezeigt haben, d.h. ungeteilte Wunden, Erwartungen und Bedürfnisse an den anderen, die der andere stillen sollte. Das ist sicherlich nichts Ungewöhnliches in einer fruchtbaren Beziehung, aber die Dosis war einige Zeit lang wirklich etwas zu hoch für mich. Es kam soviel hoch, dass ich Schwierigkeiten hatte das emotional alles aufzuarbeiten. Dazu kommt ja noch die enge Verbindung mit der Person, die es dann nicht leichter macht. Ich hatte damit zu kämpfen zu erkennen, was denn überhaupt los ist. Irgendwann dank vieler Stunden Recherche im Internet, ausgiebigen Telefonaten mit ebenfalls überforderten Freundinnen und ein paar Coaching Sessions, hat es dann langsam Klick gemacht:


Das Thema Selbstliebe kam ans Licht.

Zu Beginn konnte ich damit nicht viel anfangen. Fragen kamen auf wie: "Ist es denn nicht selbstverständlich, dass man sich liebt? Was soll ich da noch tun?" Und auch die Frage, was genau es damit auf sich hat. Ich dachte immer, wenn ich jetzt öfters in die Badewanne gehe und ein heißes Bad genieße oder auch gutes Essen koche, was ändert das dann an meiner Beziehung zu anderen und zu mir selbst? Nachdem ich es aber auch nicht besser wusste, habe ich mich darauf eingelassen und mit ein paar kleineren Übungen, wie den eben genannten, begonnen.


Und es hat sich tatsächlich einiges geändert: Meine Wahrnehmung für mich und auf die Welt und mein Leben hat sich verändert, meine Verbindung zu mir selbst hat sich gestärkt und meine Ausstrahlung wurde immer leichter und fröhlicher. Also doch eine gute Sache mit der Selbstliebe. Die erste größere Hürde war also genommen.


Und jetzt kommen wir zur Hürde Nummer 2: Das Loslassen. Ich kann mich noch so gut um mich kümmern, mich ständig mit mir selbst verbinden und freudestrahlend durch die Welt gehen, wenn ich das, was mir eben nicht gut tut, nicht loslasse. Ich habe mich damit nie groß beschäftigt und mit der Bedeutung des Themas Loslassen. Ich dachte immer in der Richtung: "Wenn ich in einer schlechten Beziehung bin, dann muss ich mich halt trennen." Aber es geht garnicht alleine um das Loslassen von Menschen oder solcher größerer Themen und Entscheidungen, sondern das Loslassen geht im ganz Kleinen los. Was das betrifft ist meine Sensibilität dafür ist inzwischen sehr stark gestiegen. Und dennoch tappe ich immer wieder in die Falle des "Klammerns" an Dingen, die eben nicht gut tun, nur aus Angst, eine Veränderung herbeizuführen, die ich mir noch weniger wünsche. Erst die letzten Wochen bin ich wieder bitterlich hinein gerattert. Das Leben zeigt mir auf liebevolle und weniger liebevolle Weise immer wieder, was ich noch zu lernen habe.


An dieser Stelle ein großer Dank an das Leben!

Kleiner Scherz, nun zurück zum Loslassen: Es geht darum, schnell zu spüren, wo man steht und was einem in dem Moment Energie gibt und was nicht. Und wenn es nicht gut tut: Loslassen.


Was bedeutet das jetzt genau? Loslassen im Sinne von Kontakt abbrechen? Dinge wegwerfen? Das Rauchen aufhören? Ja beispielsweise. Aber es geht nicht nur im das Loslassen im Äußeren, sondern es geht vor allem um das emotionale, innere Loslassen. Das Ablegen von Erwartungen und Bedürfnissen an sich und andere. Es bedeutet nicht, dass man keine Wünsche mehr haben darf. Aber man sollte vielleicht probieren, diese nicht auf etwas oder jemanden zu projizieren. Der Wunsch kann bestehen bleiben, beispielsweise ins Ausland zu gehen. Aber wie die Umsetzung dann genau zu erfolgen hat, das sollte man dem Universum, dem großen Ganzen überlassen. Das macht es auch leichter, da du dich darum nicht auch noch zu kümmern oder sorgen musst. Gut, nicht? Stimmt einmal die innere Ausrichtung im Leben, da bin ich felsenfest davon überzeugt, dann wird der Wunsch auch in Erfüllung gehen. Aber er wird vielleicht nicht auf die von dir geplante Art und Weise in Erfüllung gehen, sondern auf eine ganz überraschende. Das sind dann die kleinen und größeren Wunder auf der Welt, von denen wir dann sprechen. Und sind wir mal ganz ehrlich: Das ist doch genau das, was das Leben so wundervoll und unberechenbar macht, oder nicht? Die besten Dinge passieren meist unverhofft und ungeplant!


Was beschäftigt dich derzeit? Worauf projizierst du deine Wünsche und Erwartungen? Von was könntest du doch innerlich loslösen, um dich wieder für die kleinen Überraschungen und Wunder des Lebens zu öffnen? Ich wünsche dir dafür von Herzen nur das Beste und freue mich auf deine Erzählungen!