Von der Angst in die Leichtigkeit



Heute ist wieder so ein Tag. Ein Tag voller wirrer Gedanken und Überforderung, wie es weiter gehen soll. Ein Tag voller Sorgen und Zweifeln. Ein Tag an dem ich mich bemühe, innere Ruhe zu finden, an dem ich mich wieder besser spüren kann. Ein Tag an dem ich mir wünsche nur im Hier und Jetzt zu sein und die Zukunft für einen Moment mal zu verbessern. Aber jetzt nochmal zurück auf Anfang.


Ich hatte vor einigen Wochen das Gefühl verspürt, es wäre Zeit für den nächsten Schritt in meinem Leben. Alles hat sich irgendwie festgefahren. Ich habe keine große Leidenschaft mehr verspürt und hatte keine Freude und Energie mehr für die Dinge, die ich sonst so liebe. Das ist nicht die Frau, die ich sonst kenne. Es war einfach Zeit für eine Veränderung. Für neue Impulse und Pfeffer in meinem Leben. Etwas mehr Abenteuer, neue Erlebnisse und Begegnungen. Raus aus meinem gewohnten Raum und raus in die große weite Welt, die so unglaublich viel zu bieten hat.

Ja und dann habe mich aus im ersten Schritt aus einer unguten Beziehung gelöst. Mit der neu gewonnen Energie begann ich mich wieder mit meinen Träumen zu beschäftigen und frei in alle Richtungen zu denken. Ich habe den Wunsch verspürt, mich nun auch beruflich zu verändern. Und es war ein gutes Gefühl. Ich hatte das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein.


Und wie es denn so kommen sollte, hat das Universum mich erhört. Das ist ja erstmal super, oder nicht? Ich konnte stolz auf mich sein. Doch alles hat seine Schattenseiten. Nach der Trennung habe ich den Menschen in meinem Leben vermisst. Und ich habe eine Möglichkeit für einen neuen Job erhalten. Ein Angebot, das mir Angst macht, da ich dadurch meine Komfortzone deutlich sprengen würde. Ein Angebot, über mich hinaus zu wachsen und meiner Lebensaufgabe zu folgen.

Und an diesem Punkt stehe ich nun. Mein Leben ist dem Ruf gefolgt und hat sich innerhalb von kürzester Zeit stark verändert. So stark, dass mein ganzes System das kaum noch greifen und verarbeiten kann. Den neuen Job habe ich noch nicht, aber ich spüre, dass es kommt und ich möchte bereit dafür sein. Anstelle in voller Vorfreude zu sein, bin ich aber in Sorge, dem nicht gewachsen zu sein, mein gewohntes Leben zu verändern, ohne zu wissen, gegen was ich es genau eintausche. Voller Sorge, dass mir das alles viel zu schnell geht und ich mich vielleicht auch verrennen könnte. Voller Sorge, dass ich meine Sicherheiten verliere und meine bisherige Karriere aufgebe, in die ich 10 Jahre investiert habe.


Und an der Stelle darf ich STOPP sagen. Stopp zur Angst, zur Unsicherheit. Stopp dazu, dass sie mich momentan dominiert und mich wieder klein macht. Die Angst nützt mir im Moment garnichts, denn die Entscheidung ist ja längst gefallen. Sie verunsichert mich, sie bremst mich und ich kann den Moment nicht genießen. Ich habe keine Energie für die Vorbereitung der nächsten Schritte. Und ich hätte sicherlich auch keine Energie für ein überzeugendes Bewerbungsgespräch.

Nachdem mir das heute so bewusst geworden ist, möchte ich mich bewusst für die Leichtigkeit entscheiden. Eine Frage hat mir dabei stark geholfen. Denn was wäre denn, wenn ich nur noch wenige Tage zu leben hätte? Möchte ich sie wirklich in Sorge verbringen für etwas, das vielleicht garnicht eintrifft, da ich möglicherweise eine Absage erhalte und ich nie die Entscheidung selbst treffen muss. Oder in Sorge, dass ich mich dafür entscheiden und mein Leben verändern darf, obwohl es die beste Entscheidung sein könnte? Das ist doch absoluter Blödsinn. Ich möchte meine Tage in Freude verbringen, in Vertrauen und Ruhe. Und ich möchte auf diese Weise meine eigenen Entscheidungen nicht hinterfragen, denn ich habe mich dazu entschieden, als ich in meiner Kraft war. Ich glaube, das machen wir sehr gerne, uns selbst sabotieren und schwächen. Das alleine ist durch Gedanken möglich. Ich entscheide mich somit bewusst dazu, was ich fühlen möchte. Ich nehme meine Ängste an, lasse mich aber davon aber nicht dominieren. Ich entscheide mich für Freude, Vertrauen und Frieden.


Und wer weiß was nun aus dem neuen Lebensgefühl alles entstehen kann. Mit diesem Lebensgefühl kann ich eine Absage besser ertragen, ich kann optimistisch meine Zukunft formen und ich würde auch in einem Bewerbungsgespräch überzeugender sein. Denn wir überzeugen meist nicht alleine durch unser Talent, sondern durch unsere Person, d.h. unser Auftreten, unser Selbstbewusstsein und unsere Leidenschaft für die Aufgabe. Und ich möchte genau zu diesen Menschen gehören.

Ich möchte eine starke und selbstbewusste Frau sein, die klare Entscheidungen trifft und für sich einsteht und ihr Leben in Freude und Dankbarkeit lebt. Eine Frau, die bewusst lebt, sich Freiraum und Ruhe gönnt und gut mit sich selbst umgeht. Eine Frau, die für eine Sache auf die Welt gekommen ist und täglich daran arbeitet, ihre Seelenaufgabe noch besser zu erfüllen und die Welt zu einem noch besseren Ort zu machen.


Dafür bin ich hier.