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Wenn nichts zu funktionieren scheint - die Wachstumsphasen




Kennst du das, wenn das Leben auf Pause zu sein scheint? Wenn irgendwie nichts weiter geht und sich alles verklebt und stagniert anfühlt? Es gab immer wieder Phasen in meinem Leben, in denen das so war. Das ist menschlich und tritt bei jedem immer mal wieder auf. Es ist jedoch sehr interessant, sich diese Phasen mal genauer anzusehen und zu schauen, was eigentlich dahinter steckt.


Das Leben ist ein einziges Up and Down. Mal schwebt man auf Wolke 7 und alles ist im Fluss und läuft geschmeidig. Die Dinge scheinen sich mit Leichtigkeit zu fügen und wir fühlen uns happy und ausgeglichen. Und dann gibt es wieder die Phasen, in denen es einfach nicht weiterzugehen scheint und man das Gefühl hat, nichts würde sich weiter entwickeln und jeder Tag scheint sich irgendwie zu wiederholen. Es kommen keine neuen Ereignisse, es passiert nichts Besonderes und das Leben fühlt sich fast schon langweilig an. Oder noch besser, es ist sogar alles blockiert und man hat immer wieder unangenehme Situationen, wie beispielsweise verschollene Pakete, Probleme bei Zahlungen und Einkäufen oder auch Konflikte auf der Arbeit und in Beziehungen. Aber warum ist das immer wieder so? Was passiert da eigentlich?


Ich glaube daran, dass alles auf der Welt einem natürlichen Rhythmus unterliegt. Uns erscheint es oft als Willkür des Lebens, wenn es mal nicht so läuft, aber ich bin der festen Überzeugung, alles dient uns, um uns weiterzuentwickeln. Und wie auch in der Natur, gibt es immer wieder Phasen, in denen man wächst und Phasen in denen man ruht. Am Wachstum einer Pflanze kann man das ganz gut erkennen. Es gibt Samen, die jahrzehntelang unter der Erde liegen, und dann, unter den richtigen Bedingungen, fangen sie auf einmal an aufzugehen und eine junge Pflanze entsteht. Diese Pflanze wächst, so lange sie genährt wird und das bekommt, was sie zum Wachstum braucht. Später entwickelt diese Pflanze dann auch Knospen. Diese scheint eine lange Zeit nicht aufzugehen und nichts scheint sich zu entwickeln. Und dann, ganz plötzlich, geht sie auf und zeigt ihre wunderschönste Blüte. Die Zeit der Blüte ist dabei oftmals der kürzeste Teil der ganzen Entwicklung. Es gibt sogar Blüten, die nur für eine Nacht aufgehen wie z.B. die Königin der Nacht. Das Wachstum der Blüte hat aber im Stillen lange vorher begonnen und die Blüte selbst ist die Krönung des Prozesses. Sie ist auch nicht das alleinige Ziel der Entwicklung, sondern sie ist ein wichtiger Teil, um sich vermehren zu können und die Art auch später noch zu erhalten. Jede der Phasen hat also ihre Berechtigung und alles zusammen macht das ganze Leben einer Pflanze aus.


So ist es auch in unserem Leben. Wir wissen oft selbst nicht, in welcher Phase wir genau sind und wir wissen auch nicht, wann unsere Knospe aufgehen wird - die Phase, die wir wiederum als Hoch und auch als sichtbaren Erfolg empfinden würden. Die Phase in der wir aufblühen. Meistens ist es uns nicht einmal bewusst, dass wir uns überhaupt in irgendeiner Phase befinden und wir glauben meistens nicht einmal daran, dass es überhaupt eine Blüte geben wird - dass wir unsere Ziele und Träume erreichen werden. Wir sind so mit dem Alltag und seinen Kleinigkeiten beschäftigt. Dabei ist das einfach ein Gesetz der Natur und es besteht daher kein Grund zum Zweifeln: Die Knospe wird entstehen und die Blüte wird aufgehen, wenn wir uns gut um uns kümmern. Und auch sie ist wiederum nur ein Teil des ganzen Weges, den wir zurücklegen werden und nicht das alleinige Ziel. Sie ist ein wichtiger Baustein und eine Phase des Sichtbarkeit und des Genusses, aber dabei nicht mehr wert als die anderen Phasen.


Das bedeutet, dass es ganz normal ist, dass es Phasen gibt, in denen alles zu stagnieren scheint oder sogar blockiert ist. Das Leben lehrt in diesen Phasen, uns in Geduld zu üben und im Vertrauen weiter zu gehen. Vor allem kurz vor dem Erreichen eines Ziels treten noch einmal letzte Aufgaben auf, die uns auf die nächsten Erfahrungen vorbereiten dürfen. Ich habe oft beobachtet, dass es genau dann noch einmal so richtig unbequem wird, wenn wir kurz davor sind uns auf das nächste Level zu begeben. Das Leben gibt uns einen letzten Schub, an dem wir noch einmal unsere Kräfte mobilisieren dürfen. Manchmal werden wir auch gerade dann, in so einem „Wachstumsschub“ krank. Der Körper möchte sich die Zeit nehmen, um das Gelernte in Ruhe zu Verarbeiten und innerlich zu sortieren. Er möchte Einflüsse von Außen abschotten und uns dazu anhalten, in uns zu gehen und alles sacken zu lassen. Danach gehen wir gestärkt und gewachsen aus diesen Phasen heraus und dürfen als "neues", gewachsenes Ich das Leben fortführen.


Das Beste was wir tun können ist, im Vertrauen zu bleiben und einfach immer weiter zu gehen. Wir sollten uns nicht von dem, was passiert verunsichern lassen, sondern einfach eine Sache nach der anderen erledigen, im besten Wissen, dass das Teil des Lebens ist und alles unserem Wachstum dient. Umso weniger wir in den Widerstand mit diesen Phasen gehen, umso leichter kommen wir durch die für uns unangenehmere, wenn auch wichtige Phasen. Es geht darum, die Wellen des Lebens, mit all seinen Höhen und Tiefen reiten zu lernen. Und ich habe den Eindruck, dass umso intensiver wir leben möchten, umso mehr unterstützt dich das Leben in deinem Wachstum, mit allem was dazu gehört.


Das Bewusstsein, dass es diese natürlichen Phasen gibt, kann uns dabei helfen, es leichter zu nehmen. Nach jedem Down kommt immer ein Up. Und nach jedem Up ein Down. Insgesamt entwickeln wir uns aber immer weiter und werden auf unserem Weg erfahrener, selbstsicherer und stärker. Ich möchte dir damit Mut machen, das Leben so anzunehmen wie es ist und diese Wellen als einen natürlichen Prozess zu betrachten, im festen Wissen, dass es ingesamt immer mehr in die Richtung geht, die für dich bestimmt ist und die dich dir selbst näher bringen wird. Die Knospen werden immer wieder aufgehen und sich dann wieder schließen. Auf der Reise wirst du dich immer besser kennenlernen und alles wird nach und nach immer passender für dich werden. Das Leben ist schon faszinierend, findest du nicht?


Nimmst du diese Phasen wahr? Bist du gerade in einer Stagnationsphase oder in einem Wachstumsschub? Kannst du die Wellen des Lebens mit Leichtigkeit reiten? Was kannst du tun, um es leichter zu gestalten? Wie hast du dich die letzten Jahre entwickelt? Und zu wem möchtest du in Zukunft werden?

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